Auskunftsersuchen

Mit dem Ende des Telekom-Monopols 1998 wurde das Anfrageersuchen der Polizei neu geregelt. Anfragen nach Telefonnummern und Anschlussinhabern laufen heute über die BNetzA. Berechtigte Stellen sind Polizei, Kriminalämter, Verfassungsschutz und Einsatzleitstellen.

Die Lösung für das Auskunftsersuchen nach § 112 Telekommunikationsgesetz

Der § 112 des Telekommunikationsgesetzes trägt der Tatsache Rechnung, dass es seit 01.01.1998 in Deutschland kein Monopol für Telekommunikationsleistungen mehr gibt. Somit ist die frühere Praxis, dass Sicherheitsbehörden bei der jetzigen Telekom (ursprünglich im Amtshilfeverfahren) Informationen abfragen der Art „Welcher Teilnehmer gehört zu einer gegebenen Telefonnummer?“ oder „Welche Telefonnummer(n) ist/sind einer bestimmten Person zugeordnet“, nicht mehr praktikabel.

Seit 1999 können derartige Ersuchen („Automatisiertes Auskunftsverfahren“) an die heutige Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) gestellt werden, die diese an die Telekommunikationsdienstleister („Verpflichtete“ gemäß § 112 TKG) weiterleitet. Umgekehrt werden die nachfolgend von den Verpflichteten erhaltenen Antworten an den jeweiligen Anfragenden („Berechtigten“) zurückübermittelt.

Das Verfahren ist in Spezifikationen geregelt, die von der BNetzA herausgegeben und kontinuierlich weiterentwickelt werden.



Die Lösung

Mit InfReq90 können die gemäß Gesetz berechtigten Stellen (d. h. Sicherheitsbehörden wie Polizei, Kriminalämter, Verfassungsschutz, aber auch Einsatzleitstellen etc.) vollautomatisch Anfragen an Telekommunikationsanbieter („Verpflichtete“) gemäß § 112 TKG (Automatisiertes Auskunftsverfahren) stellen. Dabei erleichtert die Programmoberfläche die Verarbeitung der Daten durch eigene Anordnungsmöglichkeiten und verschiedene Arten der Sortierung. Weiterhin stellt InfReq90 eine Statistik zur Verfügung, die über alle in einem zu bestimmenden Zeitraum erstellten Ersuchen Auskunft gibt. Über Import- und Export-Schnittstellen wie über eine Web-Services-API (application programming interface) können die Ergebnisse der Ersuchen anderen Systemen ohne Medienbruch zugänglich gemacht werden.


Die Kunden

Durch das TKG sind insbesondere alle Sicherheitsbehörden berechtigt, Anschlussinhaberdaten über die BNetzA von Telekommunikationsunternehmen zu erfragen. Für sie gibt es mit InfReq90 eine einfach zu bedienende Software, mit der die alltäglichen Anforderungen der Sachbearbeiter und Ermittler zeitsparend erfüllt werden können.


Projektablauf

Im Jahr 2001 kam die Polizei Hamburg auf DIaLOGIKa zu, weil sie ihr bisheriges Anfragesystem zur Abfrage von Rufnummern und Teilnehmerdaten, das noch auf dem Faxverfahren beruhte und damit zeitaufwendig und langsam war, durch eine modernes, automatisiertes System ablösen wollte.

DIaLOGIKas Lösung InfReq90 war zu diesem Zeitpunkt schon seit 3 Jahren bei mehreren Landes- und Bundesbehörden im erfolgreichen Einsatz, so dass wir bereits wenige Tage nach der Kontaktaufnahme ein Demosystem bei der Polizei Hamburg installieren konnten. InfReq90, zunächst als Einzelplatzversion installiert, hat die Benutzer schnell überzeugt: Es läuft stabil, ist intuitiv zu bedienen und unterstützt die Anwender optimal in ihrer täglichen Arbeit. Schon vier Wochen später wurde das Demo- durch ein vollwertiges System ersetzt, das auch über einen erweiterten Funktionsumfang verfügte.

Da aufgrund der Vielzahl der Fälle und der Ermittler eine Einzelplatzlösung bald nicht mehr ausreichend war, schrieb die Polizei Hamburg im März 2003 eine webbasierte Lösung zum Automatisierten Auskunftsersuchen für 100 Benutzer aus. DIaLOGIKa konnte diese Ausschreibung für sich gewinnen. Gemäß seiner Anforderung stellte der Kunde die Server-Hardware, für alles andere sorgte DIaLOGIKa. Schon einen Monat nach Auftragserteilung konnte das neue webbasierte System in Betrieb genommen werden. Die Benutzer-Feedbacks einer von uns durchgeführten Upgrade-Schulung flossen direkt in die Produktweiterentwicklung ein. In den Folgejahren wurde das System noch weiter ausgebaut:

  • 2004 wurde die Eingabemaske dahingehend erweitert, dass Daten aus Dritt-Anwendungen schnell und unkompliziert in InfReq90 übertragen werden können.
  • 2010 wurde die Schnittstelle zum Export und Import von Daten bestellt und in Betrieb genommen.

Dank eines von Beginn an bestehenden Softwarepflegevertrags waren für die Polizei Hamburg alle Folgekosten planbar, da der Vertrag neben Fehlerbehebung und Funktionserweiterungen insbesondere auch die notwendigen Anpassungen abdeckt, die sich aus Spezifikations- und Verfahrensänderungen ergeben. In diesem Zusammenhang wird auch immer die schnelle und kompetente Unterstützung durch DIaLOGIKa bei den bei komplexen Anwendungen unvermeidlichen Problemfällen gelobt. Mit der von uns angebotenen API-Schnittstelle besteht zudem die Option, erhaltene Antworten ohne Medienbruch weiterverarbeiten zu können. So ließe sich noch mehr Zeit sparen und potentielle Fehler könnten vermieden werden.


Technik

Bei InfReq90 handelt es sich um eine datenbankbasierte Web-Anwendung. InfReq90 läuft als Windows-Systemdienst und kann über die InfReq90-Oberfläche konfiguriert werden. Auf Client-Seite werden alle gängigen Browser und Betriebssysteme unterstützt.


Zufriedene Stimmen

Ob Bundes- oder Landesbehörde, ob Einzelplatz- oder Serverlösung: Unsere Kunden loben unsere intelligente und benutzerfreundliche Lösung sowie unseren schnellen und kompetenten Support:

Die Startsituation für Abfragen bei der Regulierungsbehörde 2003 war unmissverständlich: Die Abfrageberechtigung wurde vorübergehend gesperrt wegen überproportional hoher Prio-1-Anfragen. Mit InfReq90 haben wir seitdem geordnete Bahnen: Zügige Abfragen im Standardmodus Prio-3, minimale Ausfallzeiten und kriminalpolizeiliche Ermittler, die ein verlässliches Werkzeug zur Hand haben. Die Notrufaufnahme der Polizei verlässt sich auf priorisierte Eilanfragen bei Gefahr im Verzug.

Sein Hersteller, die DIaLOGIKa GmbH, ist für uns zudem ein kompetenter Partner, der flexibel und unbürokratisch auf unsere Erweiterungswünsche eingeht und uns – auch über die Anwendung hinaus – mit Rat und Tat zur Seite steht.

— Harald Rausch, Polizei Hamburg


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Wolfgang Hoff

Wolfgang Hoff
Bereichsleiter Lösungen für Berechtigte Stellen

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Gerne beantworten wir Ihre Fragen zum Thema Automatisiertes Auskunftsverfahren.