Carrier 07/2013

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Geschäftsführer und Gesellschafter

Es gibt eine wichtige gesetzliche Neuerung zur Bestandsdatenauskunft und auch die Einführung der WBCI-Schnittstelle schreitet voran. Was bedeutet das für Sie konkret? Lesen Sie dies in unserem Newsletter!

1. Neue Verpflichtungen zur Bestandsdatenverauskunftung

Am 03.05.2013 hat der Bundesrat nach der Verabschiedung durch den Bundestag am 21.03.2013 den Gesetzesentwurf zur Neuregelung der Bestandsdatenauskunft gebilligt. Die Neuregelung (betroffen sind TKG §113, StPO §100 j und andere) wurde durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts nötig. Für Netzbetreiber und andere Telekommunikationsdienstleister ergeben sich dadurch seit dem 01.07.2013 folgende Änderungen:
  • Die Verauskunftung von Bestandsdaten zu IP-Adressen, wozu neben den vorhandenen Verkehrsdaten auch sämtliche sonstigen im Unternehmen verfügbaren Datenquellen herangezogen werden müssen, darf nur bezogen auf einen bestimmten Zeitpunkt erfolgen. Im Vorfeld muss die ermittelnde Behörde dabei selbst prüfen, ob ihre Anfrage gesetzeskonform ist.
  • Für Anfragen nach PIN und PUK sowie nach Passwörtern ist jetzt eine richterliche Genehmigung erforderlich.
  • Unternehmen mit mehr als 100.000 Kunden müssen für die Entgegennahme der Anfrage und Erteilung der Auskunft eine gesicherte elektronische Schnittstelle bereithalten. Hierfür räumt die BNetzA eine Übergangsfrist von 12 Monaten ein, d. h. spätestens zum 01.07.2014 müssen die angesprochenen Carrier die elektronische Schnittstelle betreiben.
Dabei ist nach dem neuen Gesetz die in der Technischen Richtlinie TR TKUEV 6.2 beschriebene Schnittstelle zu verwenden („ETSI-Schnittstelle“). Der Gesetzgeber führt an, dass die Kosten dafür durch die dadurch ermöglichte zügigere Abwicklung kompensiert werden. Mit InfBrok100 bietet DIaLOGIKa ein Produkt an, das die geforderte Schnittstelle bereits heute implementiert und durch einen an die Bedürfnisse der Bearbeiter angepassten Workflow und flexible Schnittstellen zu den vorhandenen datenhaltenden Systemen eine automatisierte Bearbeitung der Anfragen ermöglicht. Darüber hinaus deckt InfBrok100 auch die anderen Auskunftsarten (Verkehrsdaten, TKÜ, Standortfeststellung) und andere Übermittlungsmethoden (Fax/Brief) ab.

2. Zertifizierung von WBCI seit Juli 2013 möglich

Im Dezember 2012 wurde im VATM die Spezifikation für eine neue Schnittstelle WBCI (WITA Based Carrier Interface) verabschiedet. Diese Schnittstelle soll die bisherigen Schnittstellen ESAA (elektronische Schnittstelle zwischen Carriern und der Telekom) und Fax (zwischen den alternativen Carriern) zur Vorabstimmung einer Portierung ersetzen und eine bessere Automatisierung ermöglichen. In der Spezifikation ist vorgesehen, dass die Teilnahme am Verfahren nur möglich ist, wenn die eingesetzte Software bei der zuständigen Zertifizierungsstelle einen Konformitätstest bestanden und das notwendige Testat erlangt hat. Der VATM hat dazu T-Systems mit der Einrichtung einer Zertifizierungsstelle beauftragt, die seit Juli 2013 operativ ist. Die großen Carrier planen, spätestens Ende Q1/2014 mit ihrer WBCI-Schnittstelle in produktiven Betrieb zu gehen. InfPort43 bietet mit Version 6.3, die Ende Juli 2013 ausgerollt wird, als neuestes Modul auch eine WBCI-Schnittstelle an. Wie üblich, wird das WBCI-Verfahren vollständig mit dem InfPort43-Webclient bedienbar sein. Ebenso gibt es für WBCI eine interne Webservice-Schnittstelle, mit der ein Customer-Care-System an InfPort43 angebunden werden kann. Neben der reinen Softwarelieferung bietet DIaLOGIKa auch eine umfassende Beratung sowie zahlreiche Dienstleistungen im WBCI-Umfeld an (z.B. Durchführung des Konformitätstests).

3. Anpassung JVEG

Voraussichtlich zum 01.08.2013 treten verschiedene Änderungen am Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) in Kraft, darunter auch solche, die die Anlage 3 betreffen. In dieser sind insbesondere die Pauschalsätze aufgeführt, die für Überwachungsmaßnahmen von den Telekommunikationsdienstleistern erhoben werden dürfen. Mit den durch das 2. Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts (2. KostRMoG) verfügten relativ umfänglichen Änderungen werden insbesondere bisherige Streitfälle neu geregelt, so wird z. B. präzisiert, was unter Anschlüssen mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit zu verstehen ist oder wie VoIP-Anschlüsse (Voice over IP) zu behandeln sind.

4. InfPort43 Version 6.3

Ende Juli 2013 wird die neue InfPort43-Version 6.3 freigegeben werden. Neben der Unterstützung des neuen WBCI-Verfahrens (s. o.) gibt es zahlreiche Neuerungen in den bestehenden Schnittstellen, die vor allem beim Einsatz des Webclients sichtbar sind und den Benutzerkomfort deutlich erhöhen, z. B.:
  • Prüfung des Ortsnetzbezugs von Festnetzrufnummern (bei vorhandenen Geokoordinaten)
  • Überprüfung der Konsistenz zwischen Postleitzahl und Ort
  • zuschaltbare Standardfilter für alle Tabellenansichten
  • Unterstützung von Resellergruppen
  • Versenden von Systemmeldungen im laufenden Betrieb
  • und vieles mehr
Das Software-Upgrade ist im Rahmen eines bestehenden Softwarepflegevertrags kostenfrei erhältlich. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an Ihre bekannten Ansprechpartner.

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Dr. Jan Messerschmidt

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